Home Vita Antonii Die Kraft des Kreuzzeichens und das Auftreten der guten Geister
Die Kraft des Kreuzzeichens und das Auftreten der guten Geister PDF Drucken E-Mail

 
Wenn sie also nachts zu euch kommen und die Zukunft verkünden wollen oder sagen: Wir sind die Engel, merket nicht auf, denn sie lügen. Wenn sie auch eure Askese loben und euch selig preisen, höret und achtet nicht auf sie; bezeichnet vielmehr euch und euer Haus mit dem Kreuze und betet; und ihr werdet sehen, wie sie verschwinden; denn sie sind feige und fürchten gar sehr das Zeichen des göttlichen Kreuzes; denn durch dieses hat sie der Heiland entwaffnet und versehen mit einem Zeichen [„Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus“(Kol 2,15)].

 
Wenn sie aber noch schamloser standhalten, tanzen und in vielgestaltigen Erscheinungen auftreten: habt keine Furcht, lasst euch nicht einschüchtern, merkt nicht auf sie, als ob sie gut seien; denn es ist leicht und gar wohl möglich, die Anwesenheit der Guten und Bösen zu unterscheiden, da Gott diese Gabe verleiht. Denn der Anblick der Heiligen bringt keine Verwirrung mit sich: „Nicht wird er streiten noch schreien, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen“(Jes 42,2). Ihre Erscheinung erfolgt so ruhig und sanft, dass sogleich Freude und Fröhlichkeit und Mut in die Seele kommt. Denn mit ihnen ist der Herr, der unsere Freude ist, die Kraft aber ist die Gottes, des Vaters, die Gedanken der Seele aber sind ohne Verwirrung und Erregung; daher erblickt sie, von jener erleuchtet, die Erscheinungen. Sehnsucht nach dem Göttlichen und Zukünftigen überkommt sie, und sie will sich durchaus mit ihnen vereinigen, um mit ihnen von hier zu gehen.

 
Wenn aber manche als schwache Menschen sich vor dem Gericht der Guten fürchten, dann nehmen die Erscheinenden rasch die Angst von ihnen durch ihre Liebe. So machte es Gabriel mit Zacharias [„Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias“(Luk. 1,13)], und der Engel, der am göttlichen Grabe den Frauen sich zeigte [„Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!“(Mt. 28,5)], und jener, der im Evangelium zu den Hirten sprach: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude“(Luk. 2,10). Denn die Furcht vor ihnen entsteht nicht aus der Mutlosigkeit der Seele, sondern aus der Erkenntnis von der Gegenwart der Besseren. So verhält es sich mit der Erscheinung der Heiligen.