Home Vita Antonii Regelmäßige Gerechtigkeit bis zum Tode
Regelmäßige Gerechtigkeit bis zum Tode PDF Drucken E-Mail

 
Aus all dem soll man die Überzeugung in sich festigen, dass man nicht nachlassen darf, ganz besonders dann, wenn man erwägt, dass man ein Diener des Herrn ist. Auch ein Knecht dürfte nicht wagen, so zu sprechen: "Da ich gestern gearbeitet habe, arbeite ich heute nichts"; nicht misst er die vergangene Zeit und hört auf in den folgenden Tagen, sondern Tag für Tag, wie es im Evangelium heißt [„Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden müssen“(Luk 12,47)], zeigt er die gleiche Willfährigkeit, damit er seinem Herrn gefalle und nicht ins Verderben gerate.

 
So sollen auch wir Tag für Tag in der Askese verharren; denn wir wissen, dass uns der Herr, wenn wir auch nur einen Tag nachlässig sind, nicht wegen der vergangenen Zeit verzeiht, sondern wegen der Nachlässigkeit uns zürnt. Dies haben wir auch bei Ezechiel gehört [„Und wenn sich der Gerechte abkehrt von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht und lebt nach allen Gräueln, die der Gottlose tut, sollte der am Leben bleiben? An alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden, sondern in seiner Übertretung und Sünde, die er getan hat, soll er sterben“(Hes 18,24)]; auch Judas hat durch eine Nacht die Mühe einer ganzen Vergangenheit verloren.